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Blog Monat 2009 01
Beinahe täglich war der Holzofen im Wohnzimmer in Betrieb. Zum Einen war der Solarspeicher bei Beginn der kalten Jahreszeit noch nicht erwärmt und zum Anderen bietet die Holzheizung eine sehr angenehme Strahlungswärme. In diesem Blog werden der Aufbau, die Funktionsweise sowie Nutzungserfahrungen der Holzheizung erläutert.
Einzelteile des Holzspeicherofens mit Kesseltechnik

Kompaktkessel, Keramikzüge und schwere Mauersteine sind wichtige Komponenten des Holzspeicherofens.
Kompaktkessel mit Wärmetauscher
Der Kompaktkessel bildet das Herzstück der Holzraumfeuerung. Dieser wird als eine Einheit bei der Ulrich Brunner GmbH, D-Eggenfelden hergestellt. Der Kompaktkessel besteht aus Brennraum mit Bedienungstür, Wassermantel, Wärmetauscher, Anschluss für Frischluft- und Wasserkreislauf, thermischer Ablaufsicherung und diversen Fühleranschlüssen.
Keramikzug
Im Gegensatz zu einem Schwedenofen soll der Speicherofen seine Wärme nur allmählich im Wohnraum abgeben. Daher ist er massiv gemauert oder auch mit Kacheln bestückt. Die heissen Rauchgase werden durch massive Keramikzüge geführt, welche die Wärme aufnehmen und über 24 bis 48 Stunden verteilt allmählich abgeben.
![]() | Der Kompaktkessel B5 der Ulrich Brunner GmbH hat eine Nennwärmeleistung vom 12 kW. Davon werden 46 % an das Heizwasser, 10 % über die Sichtscheibe und 44 % über die Nachheizflächen des Ofens abgegeben. Der Brennraum ist auf die Menge von 3 - 5 kg Holz mit bis zu 33 cm Länge ausgelegt. Der hinter dem Kompaktkessel aufgebaute Keramikzug bietet zwei Wege für die heissen Rauchgase. Der kürzere Weg führt beinahe direkt vom Kompaktkessel zum Kamin. Dieser wird während der Anfeuerung des Ofens genutzt, um einen guten Kaminzug zu gewährleisten. Auf dem längeren Weg durchströmen die Rauchgase den ganzen Keramikzug, um möglichst viel Wärme an diesen abzugeben. Mittels einer Umschaltklappe kann der Weg der Rauchgase bestimmt werden. |
Abbrandregelung
Als wertvolle Option besteht eine Abbrandregelung, welche die Frischluftmenge abhängig vom Abbrandfortschritt dosiert. Diese besteht aus einer elektronischen Steuerungseinheit für die Zuluftklappe. Die Steuerung ist mit Sensoren im Feuerungsraum sowie der Brennraumtüre verbunden.
Frischluftzufuhr mit Zuluftklappenmotor
Der Ofen bezieht die benötigte Verbrennungsluft über einen Ansaugstutzen. Bei der heutigen Bauweise mit Komfortlüftung darf die Verbrennungsluft nicht aus dem Wohnbereich gesaugt werden, sondern wird über ein Rohr direkt von Aussen zugeführt. Eine elektrische Zuluftklappe regelt die Zuluftmenge und optimiert somit den effizienten Abbrand.
Wasserkreis zum Solarspeicher
Damit das Wasser im Solarspeicher mit erwärmt werden kann, besteht ein Vor- und Rücklauf von der Holzheizung zum Solarspeicher. Eine Umwälzpumpe schaltet automatisch ein sobald eine vordefinierte Wassertemparatur im Ofenbereich besteht.
Kamin
Wie jede Holzfeuerung benötigt auch diese einen Kamin.
Funktionsweise der Holzfeuerung mit Kesseltechnik
In der Brennkammer (1) wird Scheitholz verbrannt. Die heissen Rauchgase steigen auf und durchströmen den Wärmetauscher (2). Der Brennraum ist mit einem Wassermantel (3) umschlossen, sodass auch in diesem Bereich Heizwasser erwärmt wird. Die immer noch heissen Rauchgase strömen entweder direkt zum Kamin oder machen den Umweg über Keramikzüge (4). Der Weg der Rauchgase wird durch eine Umschaltklappe (5) bestimmt. Eine weitere Klappe befindet sich beim Kamin um dessen Zug zusätzlich zu regulieren.
Die Verbrennungsluft wird über einen Frischluftkanal von aussen hergeleitet. Eine elektronische Steuerung überwacht die benötigte Zuluftmenge. Diese sendet Signale an einen elektrischen Zulufklappenmotor, welcher auf Anweisung mehr öffnet oder schliesst und somit den Abbrand optimiert.
Die Abbrandregelung EOS von Brunner ist sehr benutzerfreundlich. Beim Öffnen der Feuerraumtür meldet ein Kontaktschalter diesen Vorgang der Steuerung, welche das vollständige Öffnen der Frischluftzufuhr bewirkt. Während der Anfeuerungsphase bleibt die Frischluftzufuhr vollständig geöffnet. Ein Fühler im Brennraum meldet der Abbrandregelung die Temparatur, welche auch auf einem Display angezeigt wird. Sobald eine bestimmte Temparatur erreicht wird schliesst die Luftzufuhrklappe stufenweise. Nach dem Abbrand schliesst die Klappe beinahe vollständigt und gewährleistet eine lange Glutphase. Die Steuerung hat ein zweites Programm für grosse Holzscheite und Harthölzer. Dabei schliesst die Zulufklappe etwas verzögert, was einen optimalen Abbrand gewährleistet. Bei einem Stromausfall gewährleistet eine kleine Stützbatterie, dass die Frischluftklappe sich vollständig öffnet. Zudem könnte die Frischluftklappe auch manuell bedient werden. | |
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Nutzungserfahrungen
Gerade im Januar haben wir beinahe täglich einen Abbrand getätigt. Dies da der Solarspeicher nur wenig Wärme gespeichert hatte und auch die sonnigen Tage ausblieben. Da das Haus einen sehr tiefen Wärmebedarf aufweist, war das Feuern stets ein freudiges Ereignis. Ein Korb Holz reicht für zwei Abbrände. Dabei werden dicke Holzscheite unten dann feines Anfeuerholz und zuletzt ein Anzündhilfe aus Sägespänen und Wachs in den Brennraum eingefügt und mit einem Streichholz entzündet. Das Feuer brennt demnach wie eine Kerze von oben nach unten und gewährleistet rasch ideale Brenntemparaturen.
Die optimale Abbrandtemparatur liegt bei über 600 Grad Celsius. Diese wird rasch erreicht und steigt teilweise bis über 1'000 Grad Celsius. Trotz diesen hohen Temparaturen wird die Doppelglas-Sichtscheibe nicht allzu heiss. Die Ofenwand wird nicht wärmer als handwarm, sodass sich der Wohnraum nicht überhitzt. Da die Zuluftklappe bei Glut automatisch geschlossen wird, hält sich die Glut über Stunden in der Brennkammer. Dies ist der ideale Zeitpunkt für das Nachlegen von Brennholz, falls direkt ein zweiter Abbrand gewünscht wird.
Uns Benutzern gefällt die einfache Handhabung, das angenehme Flammenspiel und die wohlige Strahlungswärme der Holzheizung. Zu keiner Zeit hätten wir bisher eine andere Zusatzheizung als den Holzspeicherofen im Wohnraum gewünscht.
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